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Ornithologenverband Sachsen-Anhalt e.V.

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Wappenvogel des Ornithologenverbandes Sachsen-Anhalt e. V. (OSA)

Mit der Gründung des OSA im Jahr 1991 wurde die seit 1966 herausgegebene Zeitschrift Apus - Beiträge zur Avifauna Sachsen-Anhalts zum Vereinsorgan. Der Mauersegler wurde für den neu gegründeten Ornihologenverband als Wappenvogel übernommen.
Im Jahr 2005 brüteten im Land Sachsen-Anhalt bei abnehmenden Trend 15000 bis 25000 Mauersegler (G. Dornbusch, S. Fischer, K. George, B. Nicolai & A. Pschorn (2007): Bestände der Brutvögel Sachsen-Anhalts - Stand 2005. In: Vogelmonitoring in Sachsen-Anhalt 2006. Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle. Sonderheft 2/2007: 121-125.).

OSA-Wappenvogel Mauersegler: Baumbrütender im Selketal (Harz), Foto: Michael Hellmann

Die Eichenwälder des Selketals (Harz) sind für ihre baumbrütenden Mauersegler bekannt. Aufnahme: Michael Hellmann.


Verbreitung des Mauerseglers im Nordteil Sachsen-Anhalts

Mauersegler: Verbreitung im Norden Sachsen-Anhalts

Mauersegler: Verbreitungskarte aus dem Atlas der Brutvögel Sachsen-Anhalts - Kartierung des Nordteils (in Vorbereitung).



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Der Mauersegler im Atlas der Brutvögel Sachen-Anhalts - Kartierung des Südteils von 1990 bis 1995

Im Verbreitungsbild zeichnen sich naturgemäß die größeren Städte als Häufungszentren ab. Unter den kleineren wies noch Thale mit seinen Industrie- und älteren hohen Wohnbauten mehr als 100 BP auf. Auch in mehr als 50% der Dörfer ließ sich die Art als Brutvogel (im meist 3-8 Paaren) nachweisen. Verbreitungslücken gibt es in der Ackerlandschaft (bis 40 km² groß). Als regionale Besonderheit ist die baumbrütende Population im nördlichen Harz hervorzuheben. Sie konzentriert sich auf alte Eichenhangwälder, im Bereich des Selketals zwischen Alexisbad und Meisdorf; ihre Größe wird auf 430 Paare geschätzt. Als Brutplätze dienen ältere Spechthöhlen (Günter u. Hellmann 1991). Weitere Vorkommen von baumbrütenden Mauerseglern konnten in den Kartierungsjahren nicht gefunden werden. Ob noch Segler in den alten Eichen an der Mittelelbe brüten (Av Dessau 1985), ist fraglich (keine Belege aus den Kartierungsjahren!). In anderen Waldgebieten (z.B. in der Dübener Heide) erwiesen sich fliegende Segler immer als Nahrungsgäste.

In der Regel brüten die Segler kolonieartig an bestimmten Hochbauten, in Städten an Altbauten und Industriegebäuden, in Dörfern meist am Kirchturm. Auch Burgen, Schlösser, Bahnhofsgebäude, Wassertürme zählen zu den typischen Brutstätten. Neuere Wohnblöcke sind nur in wenigen Fällen anngenommen worden.

Die Erfassung der Vorkommen bereitete beträchtliche Schwierigkeiten, erst recht die der Bestandszahlen. Selbst an llangjährig besetzten Brutplätzen schien die Art bei Kontrollgängen zu fehlen, bis dann doch im Juli lebhafte Formationsflüge um die bekannten Brutgebäude die Anwesenheit der Vögel bestätigten. So mag der wahre Bestand unterschätzt worden sein. 1990 konnte mit etwa 20000 BP gerechnet werden. In den Folgejahren gingen durch Sprengung großer Industrieanlagen und Sanierung vieler Altbauten zahlreiche Brutplätze verloren, so daß 1996 nur etwa 10000 BP geschätzt wurden.

Reinhard Gnielka

Mauersegler: Verbreitung im Süden Sachsen-Anhalts

Mauersegler: Verbreitungskarte aus: Gnielka, R. & J. Zaumseil (Hrsg.)(1997): Atlas der Brutvögel Sachsen-Anhalts -
Kartierung des Südteils von 1990 bis 1995.



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typische Vögel in Sachsen-Anhalt: Weißstorch, Bienenfresser, Mauersegler, Eisvogel, Rotmilan